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DDR Rezepte: Krautgulasch auf einer ovalen Platte ©stock.adobe.com/runin

DDR Rezepte – Essen aus dem Osten

Wir haben in der Familie, bei Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen gefragt, was es bei ihnen zu essen gab und gibt und bekamen eigentlich immer die gleichen Antworten. Schmorgurken und Tote Oma waren ganz vorne mit dabei - hier gibt's typische DDR Rezepte.

DDR Rezepte haben die Zeit überdauert und sind heute beliebter denn je. Jeder erinnert sich gerne an seine Kindheit, als alles noch meist unbeschwert war und man von der Familie bekocht wurde. Von dort aus entwickelte man sich weiter und genauso der Geschmack und die eigene Kochkunst. Je mehr man jedoch ausprobiert, desto mehr erkennt man, dass weniger manchmal einfach mehr ist und es gar nicht so viel braucht, damit das Essen schmeckt – zumindest nicht jedes Mal.

Tote Oma – Grützwurst mit Kartoffeln und Sauerkraut

Der Klassiker der DDR Rezepte. Tote Oma, Autounfall, Überfahrene Katze – haben wir alles schon gehört. Meine Mutter kennt das Gericht noch als eine Mischung aus verschiedenen Grützwurstsorten, also Mett-, Leber- und Blutwurst. Ich persönlich mag am liebsten Leberwurst. Mein Mann und meine Schwiegereltern bestehen allerdings darauf: NUR BLUTWURST. Ist ja gut…

Bei einer Sache waren sich allerdings alle einig: Salzkartoffeln muss es dazu geben. Also haben wir sie euch gleich mit ins Rezept geschrieben. Bei unseren anderen Rezepten gab es oft geteilte Meinungen und einmal sogar einen Aufstand, denn ich esse Hühnerfrikassee auch nur mit Kartoffeln. Lasst mich leben!

Zutaten

Für 4 Personen:

  • 800 g rote Grützwurst (Blutwurst), frisch
  • 1 große Zwiebel
  • 200 g durchwachsener Speck
  • 100 ml Rinderbrühe (instant)
  • 1 große Dose Sauerkraut (etwa 800 g)
  • Einige Pimentkörner
  • 1 gestrichener EL Kümmel
  • 4 Lorbeerblätter
  • 1 kg Kartoffeln
  • Pflanzenöl
  • Salz
  • Zucker
DDR Rezepte: Tote Oma

“Tote Oma” mit Salzkartoffeln und Sauerkraut.

Zubereitung:

Schritt 1:
Als erstes die Kartoffeln schälen, vierteln und in einem ausreichend großen Topf mit kaltem Wasser aufsetzen. Wenn die Kartoffeln kochen, einen gestrichenen Löffel Salz hinzugeben, den Herd auf kleinste Flamme stellen und mit Deckel etwa 20 Minuten köcheln lassen. Die Kartoffeln sind gar, wenn ein normales Besteckmesser (kein scharfes Küchenmesser) wie durch feste Butter fährt.

Schritt 2:
Wenn die Kartoffeln aufgesetzt sind, machen wir weiter.
In einem zweiten Topf für das Sauerkraut in einem EL Öl 100 g Speck auslassen. Anschließend die Gewürze, bis auf den Lorbeer, für einen Moment mit anbraten. Das Sauerkraut direkt aus der Dose mit in den Topf geben, 1 knappen TL Salz und einen TL Zucker hinzugeben und dann alles gut durchrühren. Zum Schluss den Lorbeer vorsichtig unterheben, Deckel aufsetzen und das Kraut bei kleiner Flamme köcheln lassen.

Schritt 3:
In einer großen Pfanne mit hohem Rand den restlichen Speck sowie die geschälte und gewürfelte Zwiebel in etwas Öl auslassen. Mit der Brühe ablöschen und die Grützwurst (aus der Pelle direkt in die Pfanne drücken) dazugeben. Nun alles auf mittlerer Flamme einköcheln lassen, bis du einen glatten Brei hast.

Schritt 4:
Die fertigen Kartoffeln abgießen und nochmal kurz ohne Deckel auf dem ausgeschalteten Herd abdampfen lassen. Das Sauerkraut nochmal abschmecken und nach Geschmack noch Salz oder Zucker zugeben, wenn nötig.

Beides auf dem Teller anrichten und die Tote Oma dazugeben. Lecker!


Schichtkraut oder Krautgulasch

Schichtkraut, Krautgulasch, Gehackte Kohlrouladen – wieder eines der DDR Rezepte, für das ich schon die unterschiedlichsten Bezeichnungen gehört habe und jede Familie ihr ganz eigenes Rezept hat. Im Prinzip ist Schichtkraut Kohlrouladen für Faule. Wir haben den Kohl, wir haben das Hack, wir haben die Brühe, wir haben die Kartoffeln. Aber rollen werden wir sie nicht. Auch nicht schichten. Zwar kenne ich das Gericht auch geschichtet aus der Form, aber so, wie es hier im Rezept ist, ist es noch einfacher und genauso lecker.

Für die Zubereitung eignet sich am besten eine hohe Pfanne mit passendem Deckel.

Zutaten

Für 4 Personen:

  • 1 Pfund Hackfleisch, vom Rind oder gemischt
  • 1 kleiner Weißkohl
  • Butter zum Anschmoren
  • Etwas Rinderbrühe, instant (zum Würzen)
  • 1 mittlere Zwiebel
  • 1 EL Kümmel, ganz
  • Salz, Pfeffer
  • Kochendes Wasser
  • 2 gestrichene EL Mehl
DDR Rezepte: Krautgulasch auf einer ovalen Platte

Krautgulasch oder Schichtkraut ist schön würzig und macht nicht viel Arbeit.

Zubereitung:

Schritt 1
Die Zwiebel pellen und klein schneiden. Die äußeren 2 Blätter vom Kohl entfernen, dann mit einem scharfen Messer den Strunk in der Mitte großzügig entfernen. Den Kohl mit einem großen Küchenmesser zerteilen, dann viertel und anschließend zuerst in Streifen, dann in Stücken schneiden.

Schritt 2
Die Pfanne aufsetzen und darin die Butter zerlassen. Zwiebeln und Kohl hineingeben und kräftig anschmoren. Hackfleisch dazugeben und noch einmal kräftig anbraten. Das Mehl darüber stäuben und alles gut durchrühren. Nun mit kochendem Wasser ablöschen, Kümmel hinzugeben und mit Brühe, Salz und Pfeffer würzen.

Schritt 3
Herd auf kleine Flamme drehen, den Deckel aufsetzen und alles etwa 10 Minuten lang mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Den Deckel abnehmen und das Ganze einkochen lassen, bis der Kohl weich und gar ist und die Sauce die gewünschte Konsistenz hat.

Wir essen zum Schichtkraut Kartoffeln oder Kartoffelpüree.


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Schmorgurken – in süß-saurer Sauce

Schmorgurken sind mein Notfallessen für jede Gelgenheit. Das Rezept der DDR Rezepte sozusagen. Wenn ich nämlich wenig Zeit hab oder das Portemonnaie zuhause habe liegen lassen, gibt es Schmorgurken. Die Zutaten sind günstig und in wirklich jedem Supermarkt zu bekommen. Vor allem kann man das Gericht mit praktisch jeder Sorte Gurke machen, bei Schlangengurken schneide ich einfach ein wenig das Kerngehäuse heraus und schon sind sie super für Schmorgurken.

Zutaten

Für 4 Personen:

  • 2 große Landgurken
  • 1 Zwiebel
  • 1 TL Cayennepfeffer
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 EL Mehl
  • 1 EL Essig
  • 150 g durchwachsener Speck (gewürfelt)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Zucker
  • 250 ml Rinderbrühe (instant)
  • 1 EL Öl
  • etwas Salz
DDR Rezepte: Schmorgurken aufgeschnitten auf einem Brett

Wenn man möchte, kann man das Kerngehäuse ein klein wenig entfernen.

Zubereitung:

Schritt 1
Als erstes Gurken schälen, längs vierteln und in etwa 1 cm große Stücken schneiden. Die Zwiebel abziehen, den Knoblauch schälen und alles fein hacken.

Schritt 2
Das Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen. Die Zwiebeln auf kleiner Flamme glasig werden lassen und erst dann den Knoblauch hinzugeben und beides noch ein paar Minuten bei kleiner Flamme schmoren. Temperatur hochstellen und die Gurken anbraten. Anschließend Tomatenmark hinzugeben, umrühren, und alles gleichmäßig mit Mehl bestäuben.

Schritt 3
Nun unter rühren nach und nach die Brühe hinzugeben, so, dass nichts klumpt. Anschließend mit Salz, Cayennepfeffer und Zucker abschmecken und alles etwa 10-20 Minuten bei kleiner bis mittlerer Flamme schmoren lassen. Wenn die Sauce die gewünschte Konsistenz hat, mit Essig abschmecken und fertig sind die Schmorgurken.
Am besten passen Schmorgurken zu Kartoffeln oder Kartoffelpüree. Tipp: Schmeckt wirklich ausgezeichnet zu einem Püree aus halb Kartoffel, halb Süßkartoffel.


Quarkspeise

Zum Nachtisch gab es im Osten vor allem Kompott oder Quarkspeise. Obst gab es vor allem, weil in der Regel immer irgendjemand einen Garten hatte, in dem Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche oder Beerensträucher wuchsen. Vorm Winter wurde eingekocht und dann gab es Kompott. Sehr einfach, sehr lecker und deutlich gesünder, als Schokolade oder Kuchen.
Also nicht, dass es keinen Kuchen gab – die gute, altdeutsche Tradition von Napf- und Zuckerkuchen (kennt jemand Würgekuchen?), aber auch Spezialitäten wie Schneewittchen- oder Mooskuchen kamen oft auf den Kaffeetisch. Aber dazu mehr in einem anderen Artikel: Zu den altdeutschen Kuchen geht es hier.

DDR Rezepte: Quarkspeise mit Mandarinen.

Quarkspeise kann man wirklich mit allen Früchten machen und sie ist immer lecker!

Zutaten und Zubereitung

Für 4 Personen:

  • 500 g Sahnequark (40% Fett)
  • Frisches Obst nach Wahl
  • Zucker

Das Obst, je nach Bedarf, waschen, schälen, entkernen und klein schneiden. Am besten ein paar ganze Früchte zur Dekoration aufheben.
Geschnittenes Obst in eine Schale geben, zuckern und zugedeckt Saft ziehen lassen. Wenn sich ausreichend Fruchtsaft gesammelt hat (etwa 60 Minuten), Obst gründlich mit den Quark verrühren.

Den Quark auftun und erst vorm Servieren mit den zurückgelegten Früchten dekorieren.

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