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Crossfitter bei Boxjump und Kettlebell-Workout. ©PeopleImages – gettyimages

Was Ärzte über Crossfit sagen

Crossfit zählt zu den wohl effektivsten und härtesten Trainingsmethoden überhaupt. Doch wie gesund sind die heftigen Einheiten? Wir haben Martin Bartsch, Sportmediziner an der Berliner Charité gefragt, was er von Crossfit hält.

Martin Bartsch hat in der Vergangenheit verschiedene Sportarten – darunter Schwimmen, Laufen, Volleyball und Karate – betrieben und geht gegenwärtig neben dem Beruf Laufen sowie ins Fitnessstudio, um sich in Form zu halten. Auch beim Crossfit durfte er bei Probeeinheiten bereits Erfahrungen sammeln.

Was macht Crossfit aus und besonders?

Crossfit als Trainingsmethode verbindet aus meiner Sicht eine recht umfassende Beübung in den Bereichen Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Koordination. Darüber hinaus ist auch gerade der Wettkampfcharakter ein für die Motivation des Sportlers wesentlicher Faktor.

Zwei Sportler machen Boxjumps.

Beim Crossfit läuft die Stoppuhr immer mit

Was ist der Vorteil von natürlichen Bewegungsmustern gegenüber klassischem Gerätetraining?

Die wesentlich komplexeren und koordinativ anspruchsvolleren Bewegungsabläufe ermöglichen es nicht nur, wesentlich mehr Muskelgruppen zu aktivieren, sondern es werden durch die fehlende Führung ganz automatisch immer auch die Gegenspieler der jeweiligen Muskelgruppen trainiert. Dies kann ein zu einseitiges Training mit einer evtl. daraus resultierenden muskulären Dysbalance verhindern.

Oft wird Crossfit als Wundermittel für den Fettabbau und die ganzkörperliche Fitness angepriesen. Stimmt das?

Insbesondere im Hinblick auf das klassische Krafttraining steht beim Crossfit die Ausdauer wesentlich stärker im Fokus. Im Gegensatz zu klassischen Ausdauersportarten ist hier aber vor allem der begleitende Muskelaufbau und der damit erhöhte Grundumsatz ein Faktor der zur Fettverbrennung führen kann. Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining ist daher besonders gut geeignet, um Fett abzubauen.

Möglichst viel in möglichst wenig Zeit, das ist die Devise beim Crossfit. Das hilft beim Muskelaufbau?

Ja. Allerdings ist dabei nicht nur die Dauer wesentlich (unter vier Wochen ist mit keinem echten Muskelzuwachs zu rechnen), sondern auch die entsprechende Ernährung. Viele Sportler reduzieren Ihre Kalorienzufuhr und meist unbewusst auch ihre Proteinzufuhr und verhindern somit einen Aufbau von Muskelmasse.

Was sind die Crossfit-Vorteile, die jeder kennen sollte?

  • Die Kombination von Ausdauer- und Krafttraining. Hierdurch effektive Reduktion des Fettanteils der Körpermasse.
  • Durch die funktionellen Trainingsmethoden gute Benefits für den Alltag.
  • Hohe Motivation durch den Gemeinschafts- und Wettkampfgedanken.
Der Gemeinschaftsgedanken zaehlt beim Crossfit.

Beim Crossfit trainiert niemand allein, die Gruppe steht hier über allem.

Was sind die Nachteile des höchst intensiven Sports?

Gerade der kompetitive Charakter des Crossfit kann bei einigen Sportlern schnell zu einer Fehleinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit/Belastbarkeit führen und damit zu einer Überlastung und/oder Schädigung führen.

Welche Gefahren (hinsichtlich Überbelastung) birgt Crossfit?

Insbesondere die schnellen und explosiven Belastungen unter Wettkampfbedingungen sind für den Körper sehr belastend. Hierbei werden vor allem die Muskeln und Sehnen, aber auch die großen wie kleinen Gelenke stark belastet. Ohne eine ausreichende Stabilität und Koordinationsfähigkeit ist die Verletzungsgefahr im Bereich des Bewegungsapparates sehr hoch.

Daher ist Crossfit nicht für Menschen geeignet, die gerade erst (wieder) mit dem Sport anfangen.

Wallballs sind eine beliebte Uebung beim Crossfit.

Eine gewisse Grundfitness ist beim Crossfit absolute Voraussetzung.

Wie kann man diesen Gefahren vorbeugen?

Wie eben schon erwähnt, sollte eine ausreichende Stabilität und Koordinationsfähigkeit gewährleistet sein. Darüber hinaus sollte der Sportler seine eigenen Ambitionen und aktuelle Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen können. Mit anderen Worten: Nicht zu schnell zu viel!

Haben Sie ein konkretes Beispiel für den Erfolg oder Misserfolg von Crossfit?

In meiner Sprechstunde sehe ich regelmäßig Patienten, die nach dem Crossfit-Training vor allem über Überlastungen im Bereich der Schulter oder der Kniegelenke klagen.

Wem würden Sie definitiv vom Crossfit abraten?

Definitiv Sportlern mit bekannten Problemen der Großen Gelenke (Schulter, Ellenbogen, Hüfte und Kniegelenk) sowie im Bereich der Wirbelsäule. Ebenso Menschen, die noch nicht über eine relativ gute Grundfitness verfügen. Crossfit ist sicherlich ein sehr fordernder Sport und damit nichts für Beginner.

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