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Sportsucht ist sehr selten ©Geber86 – gettyimages

Mehr ist nicht mehr: Wenn Sport zur Sucht wird

Es ist ein Unterschied, ob ein Mensch diszipliniert und fokussiert Sport treibt oder sportsüchtig ist. Wir verraten dir, welche Symptome auf eine Sportsucht hindeuten und warum der Zwang nach Sport lebensgefährlich sein kann.

Sportsucht: Was ist das eigentlich?

Sport tut dem Körper gut, auch viel Sport hält der Körper ohne Probleme aus. Doch wie bei so vielen Dingen im Leben, gibt es auch hier Grenzen.

Das exzessive Sporttreiben (pathologisches Sporttreiben) wird umgangssprachlich oft Sportsucht genannt. Es handelt sich dabei um den inneren Drang, sich körperlich betätigen zu müssen, ohne wirkliche Wettkampfambitionen zu haben. Weitaus häufiger als eben diese primäre Sportsucht, ist jedoch die sekundäre Sportsucht, bei der der Sport “nur” ein Parameter einer eigentlich anderen Störung ist. Das beste Beispiel hierfür sind Menschen, die exzessiv Sport treiben, um Kontrolle über ihr Gewicht zu erlangen oder Menschen, die pausenlos an Geräten ihre Muskeln trainieren, weil sie sich zu dünn und schmächtig fühlen. Die eigentliche Störung, die sich hier hinter der augenscheinlichen Sportsucht verbirgt, ist hier eine Essstörung oder eine Körperbildstörung.

Low Carb Sport

Oft ist eine Sportsucht sekundär. Betroffene leiden eigentlich unter einer Essstörung oder einer gestörten Selbstwahrnehmung.

Symptome einer Sportsucht

Die Sportsucht gilt bislang nicht als eigenständige medizinische Diagnose, weswegen nicht eindeutig festgelegt werden kann, wann aus der Lust eine Sucht wird.

Diszipliniertes Training

Athleten und Freizeitsportler, die beispielsweise mehrmals im Jahr einen Marathon laufen oder am Ironman teilnehmen und dafür täglich – vielleicht sogar mehrmals täglich – trainieren, sind nicht zwangsläufig sportsüchtig. Ansonsten wäre ja jeder Leistungssportler süchtig. Diese Athleten trainieren strukturiert und bewusst auf einen Wettkampf hin oder erledigen schlichtweg ihren Job. Die Sportsucht wird also nicht durch den Trainingsumfang an sich bestimmt.

Unkontrollierter Sportdrang

Eine Sportsucht äußert sich durch den unkontrollierten Drang nach exzessiver körperlicher Belastung. Dieser Drang ist nicht nur mit der Erhöhung des Trainingsumfangs, sondern auch mit fehlenden Erholungszeiten, sozialer Isolation und dem Ignorieren körperlicher und geistiger Beschwerden verbunden.

Der gesamte Alltag richtet sich nach dem Training, wenn auf Sport verzichtet werden muss, kommt es zu Magenbeschwerden, Nervosität, Schuldgefühlen und Depressionen. Sportsüchtige laufen, bis die Fersen bluten und trainieren trotz Herz-Kreislauf-Problemen. Sie haben nicht in erster Linie Spaß am Sport, sondern trainieren oft aus einem unguten Gefühl heraus und riskieren dadurch nicht nur den Verlust ihres sozialen Umfeldes, sondern auch immense körperliche Schäden. Von kleineren Blessuren wie verschlissenen Gelenken und Bändern mal abgesehen, kann eine Sportsucht sogar lebensgefährlich sein, wenn Sportler trotz Herz-Kreislauf-Problemen oder unter Medikamenten Sport treiben.

Sport trotz Schmerzen

Sportsüchtige trainieren trotz Schmerzen.

Ursachen einer Sportsucht

Über die möglichen Ursachen einer Sportsucht können bislang noch keine eindeutigen Aussage getroffen werden. Oft wurde die Ausschüttung von Endorphinen beim Sport oder Gefühle wie beispielsweise das Runners High (positives Gefühl beim Laufen) hinter der Sportsucht vermutet. In Untersuchungen von Wissenschaftlern um Johannes Fuß werden jedoch auch andere körpereigene Stoffe, die Endocannabinoide, als mögliche Ursache festgestellt.

Weiter gehen viele Experten davon aus, dass sich eine Sportsucht oft entwickelt, wenn Sport als Ablenkung von Alltagsproblemen genutzt wird. Beim Sport werden die Gedanken abgeschalten, man erholt sich, dieser Zustand fühlt sich gut an. Andere Meinungen deuten wiederum darauf hin, dass vor allem Menschen, die von Ängsten und Unsicherheit geprägt sind, anfällig für eine Sportsucht wären, da sie ihr Selbstbewusstsein mit sportlichen Leistungen heben.

Eine eindeutige Aussage gibt es nicht.

Oft entfliehen Sportler mit Belastung dem Alltag.

Oft vergessen Athleten beim Sporttreiben den Alltag und die mit ihm verbundenen Probleme.

Sportsucht behandeln

Menschen, die ihren Drang zur sportlichen Betätigung einfach nicht im Griff haben und unter einem Zwang leiden, Sport treiben zu müssen, können diesem Teufelskreis meist nicht aus eigener Kraft entkommen. Um wieder die Kontrolle über sein Training zu bekommen, hilft oft eine therapeutische Behandlung, die idealerweise in einer Verhaltenstherapie oder in Zusammenarbeit mit Sportpsychologen und Psychiatern erfolgt.

Sportsucht vermeiden

Sport ist gesund! Das Maß ist entscheidend! Grundsätzlich empfehlen Experten zwei- bis dreimal Sport pro Woche, pro Einheit etwa 30 bis 60 Minuten. Aber wie bereits erwähnt: Der Umfang ist nicht allein entscheidend, denn wer auf einen Wettkampf hintrainiert, der erhöht natürlich sein Pensum. Wichtig ist hier in allererster Linie, auf seinen Körper zu hören, aber auch die Hinweise anderer zu beachten und sich selbst reflektieren zu können. Wenn dein Körper eine Pause brauchst, du müde und übertrainiert bist, gönn dir eine Pause.

Höre auf deinen Körper und tue, was ihm gut tut – nicht, was ihn kaputt macht!

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