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Personal Trainer Lars Rosenbaum im Interview ©Lisa Bartsch

Ist ein Personal Trainer sinnvoll oder Geldverschwendung?

Personal Trainer sind da, wenn man sie braucht. Sie motivieren, korrigieren und pushen und zwar mit bestem Know-how. Obwohl dieser Service alles andere als günstig ist, profitieren mittlerweile nicht mehr nur die Reichen und Schönen von einem Personal Trainer. Wir haben Lars Rosenbaum auf den Zahn gefühlt: Wieso braucht es überhaupt Personal Coaches wie ihn?

Wieso bist du Personal Trainer?

Wir steigen also mit der Schlüsselfrage ein? Ursprünglich komme ich aus dem Leistungssport, ich war lange als Ringer aktiv. Während meines Studiums habe ich in einem klassischen Fitnessstudio als Trainer gearbeitet. Die Bewegungen und Übungen dort hatten allerdings wenig mit dem zu tun, was ich unter Fitness verstehe und aus dem Leistungssport kannte. Dann machte es klick …

Klick?

Nach meinem Fitness-Verständnis bringt das Training an Maschinen nicht viel. Das Functional Training ist für mich der effektivste Weg, fit zu sein und ein hohes Energielevel zu haben – vor allem, wenn man von der arbeitenden Bevölkerung ausgeht. Und dann war mir klar, dass ich das anderen näherbringen möchte.

Personal Trainer Lars Rosenbaum mit Kettlebell

Fitness bedeutet für Lars Rosenbaum nicht, sitzend an Geräten zu trainieren.

Was ist Functional Training?

Es gibt etwa fünf große Bewegungsabläufe, in denen wir uns als Menschen täglich bewegen. Diese sind allen Menschen gemein, doch nur die wenigsten beherrschen sie. Das liegt vor allem am starren Bewegungsmangel in weiten Teilen der Bevölkerung. Im Functional Training werden diese Bewegungsmuster unter erschwerten Bedingungen trainiert. Da man diese Bewegungen im Alltag braucht und sie dank des Trainings unbewusst viel leichter durchführen kann, fühlt man sich allgemein weitaus wohler und vitaler.

Lars Rosenbaum ist Experte fuer Functional Training

Das Functional Training basiert auf komplexen Bewegungsabläufen.

Wozu braucht es dafür einen Personal Trainer?

Ein Großteil der Bevölkerung kann die grundlegenden Bewegungsabläufe nicht sauber oder schmerzfrei durchführen. Das fängt schon dabei an, den Arm über dem Kopf halten zu können oder eine Kniebeuge durchzuführen. Ein Personal Trainer setzt dort an, geht individuell auf deine Bedürfnisse ein. Dadurch können schnell große Erfolge erzielt werden.

Also braucht man den Trainer gar nicht mehr, wenn man die richtige Technik beherrscht?

Gute Personal Trainer wollen ihre Kunden nicht von sich abhängig machen, sie wollen ihnen etwas beibringen. Jedoch ist die Vorgehensweise stark vom Kunden abhängig.

Nehmen wir an, ich will Klavierspielen lernen: Ich buche also einen Lehrer, der mir das Notenlesen und Spielen beibringt. Dann bedanke ich mich und übe alleine ohne Lehrer. Irgendwann will ich jedoch mal ein Konzert spielen, dann hole ich mir den Lehrer wieder. Genauso kann es mit einem Personal Trainer laufen. Sie geben ihren Kunden einen Leitfaden, einen Trainingsplan und zeigen ihnen, wie sie ihre Ziele erreichen können. Motivierte Kunden, die selbstständig regelmäßig trainieren und ihr Ziel so erreichen, kommen einmal in sechs Wochen zu mir, um ihren Plan anzupassen und neue Techniken zu lernen.

Andere Kunden sind jedoch nicht so motiviert, sie kommen mehrmals wöchentlich, weil sie den Coach als Motivator und helfende Hand beim Training brauchen.

Lars Rosenbaum ist Geschaeftsfuehrer des Personal Fitnessstudios Ignite Fit

Als Personal Trainer kann Lars Rosenbaum nicht für die Eigenmotivation seiner Kunden sorgen, aber er kann dabei helfen, bei der Sache zu bleiben.

Mehrmals wöchentlich. Dafür hat die Mehrheit aber gar keine Zeit, oder?

Zeitprobleme gibt es nicht, das ist alles eine Frage der Priorität. Ich kann niemandem Motivation beibringen. Die Leute müssen selber wissen, ob sie ihre Rückenschmerzen verlieren oder ihre Wunschfigur erreichen wollen. Die meisten Menschen, die Personal Trainer buchen, sind beruflich sehr eingespannt – und das beste Beispiel dafür, dass es geht, wenn man will.

Gute Überleitung: Wer außer Managern kann sich einen Personal Trainer leisten?

Richtig: Ein Personal Trainer ist eine kostspielige Investition, die Eigenmotivation voraussetzt. Eine Investition, die aber auch zweifelsohne rasche Erfolge garantiert.

In den meisten Fällen ist es meiner Meinung nach jedoch weitaus sinnvoller und für die breite Masse erschwinglicher, an Gruppen Personal Trainings teilzunehmen.

Gruppen Personal Training, ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Nein, nein. Im Bezug aufs Gruppen Personal Training muss ganz klar vom Großgruppen Training im klassischen Fitnessstudio unterscheiden. Beim Gruppen Personal Training gibt es maximal sechs Teilnehmer, die sich einen Personal Trainer teilen. Nicht nur der Preis spricht für dieses Modell, sondern auch die Gruppendynamik. In der Gruppe ist es leichter, seine Komfortzone zu verlassen.

Der springende Punkt ist: Aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl im Gruppen Personal Training behält der Trainer den Überblick und kann individuell auf die Teilnehmer eingehen. Der eine muss noch an der Technik arbeiten, der andere führt die Übungen mit Gewicht durch. Bei einem Gruppenkurs mit mehr als sechs Teilnehmern ist es für den Trainer schlichtweg unmöglich, derart zu differenzieren.

Beim klassischen 1:1-Personal Training fehlt diese Dynamik also?

Definitiv, ja. Da wären wir wieder beim Thema „Eigenmotivation“. Allerdings ist die Verbindlichkeit beim 1:1-Training sehr groß – nicht nur aus Kostengründen, sondern auch, weil man eine starke persönliche Bindung zu seinem Trainer aufbaut.

Stichwort „Budget“ – wie teuer ist ein Personal Training?

Ein guter Personal Trainer ist in Berlin schwer unter 90 Euro für eine Einzelstunde zu kriegen. Bucht man gleich mehrere Trainings, sinkt der Preis natürlich. Weitaus erschwinglicher sind da die Gruppen Personal Trainings, die bei uns beispielsweise zwischen 12 und 30 Euro liegen. Das macht es also auch der breiten Bevölkerung möglich, über einen langen Zeitraum hinweg zwei- bis dreimal wöchentlich individuell betreut zu trainieren.

Woran erkennt man einen guten Personal Trainer?

Das ist für Kunden leider sehr schwer. Grundsätzlich ist natürlich der Preis nicht ganz unwichtig, kein guter Trainer verkauft sich unter Wert. Wichtig ist außerdem, dass der Trainer seinen Kunden zuhört: Gibt es beispielsweise ein Eingangsgespräch, in dem individuelle Bedürfnisse und Lösungsansätze besprochen werden? Ganz entscheidend ist zudem die Strategie: Checkt der Trainer die körperliche Situation ab oder steigt er direkt ins Training ein? Und ist der Trainer in der Lage, seine Übungen an den Kunden anzupassen – nicht umgekehrt.

Ich lege sehr viel Wert auf die Ausgangssituation meiner Kunden. Sind sie schmerzfrei? Wie mobil sind sie? Danach geht es an die Technik, bevor wir mit Kraftaufbau beginnen und schließlich in die Intensität und Dynamik einsteigen.

Lars Rosenbaum trainiert mit Kettlebell

Kettlebells sind fester Bestandteil eines Personal Training bei Lars Rosenbaum.

Für wen machen Personal Trainings Sinn?

Grundsätzlich würde ich niemandem vom Personal Training abraten. Lassen wir das Budget mal außen vor, eignet sich die individuelle Trainingsmethode vor allem für Erwachsene, die keinen besonderen Bezug zu Sport haben, bei denen Sport nicht als Hobby gilt. Und zwar aus diesem Grund, weil klassische Fitnessstudios hier nicht weiterhelfen können. Wer fit sein will, muss sich bewegen und sollte nicht an einer Maschine sitzen. Wichtig ist, erst einmal wieder ein Bewusstsein für seinen Körper zu erlangen.

Wir danken Lars Rosenbaum herzlich für das Interview.

Wenn ihr mehr über Lars und sein Personal Fitnessstudio IGNITE FIT wissen möchtet, dann schaut auf seiner Webseite vorbei:  www.ignite.fit

Ignite Fit

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