category-food category-health category-specialscheckmarkchefs-hat-ochefs-hatlive-show logo-icon menu-searchnewsletter powered-by
  • Start
  • Fitnesstrend Faszientraining – dem Hype auf der Spur
Faszientraining beugt Verletzungen vor und steigert die Leistung.

Fitnesstrend Faszientraining – dem Hype auf der Spur

Mittlerweile gibt es sie in jedem guten Fitnessstudio. Personaltrainer und Profisportler schwören auf die kleinen bunten Hartschaumrollen und rollen auf ihnen vor und zurück. Faszienrollen, auch Blackrolls genannt, sind das wichtigste Utensil beim seit einigen Jahren so gehypten Faszientraining. Obwohl das Workout tatsächlich einiges bringt, ist auch dieser Fitnesstrend entgegen aller Behauptungen kein Wundermittel.

Was sind Faszien eigentlich?

Der menschliche Körper ist von einem Netzwerk an elastischem Bindegewebe – auch Faszien genannt – durchzogen. Diese Faszien umschließen Organe, Muskeln, Nerven, Knochen und Gelenke und verbinden somit alle Bestandteile des Körpers. Das Gewebe wurde bisher von Wissenschaftlern und Medizinern weitestgehend als uninteressantes Hüllgewebe abgestempelt. Mittlerweile weiß man allerdings, dass Faszien viel mehr als nur Hülle sind, dass in den Faszien Nerven und Rezeptoren liegen. Forscher sprechen heute sogar vom größten Sinnesorgan des Körpers, das stützt und verbindet, Schmerzen auslöst, Bewegungen und Positionen der Gliedmaßen registriert.

Wie lassen sich Faszien trainieren?

Faszien verhärten sich bei dauerhaftem Stress und ungünstigen oder ausbleibenden Belastungen des Körpers. Der Hintergrund dazu ist folgender: Durch die Faszien fließen Lymphgefäße, die unter anderem den Blutgerinnungsfaktor Fibrinogen transportieren. Bewegt man sich zu wenig oder ist dauerhaft verspannt, dann kann es zu einem Lymphstau kommen, das Fibrinogen wird zu Fibrin, einem „Klebstoff“ abgebaut. Das umliegende Fasziengewebe verklebt. Durch diese Verklebung der Faszien verliert die umschlossene Muskulatur an Flexibilität, Leistungsfähigkeit und Bewegungsfähigkeit – Verspannungen, Schmerzen und Leistungsabfall sind die Folgen.

Das muss allerdings nicht sein, denn Faszien können gezielt trainiert und angesprochen werden. Das stellte Dr. Robert Schleip, eine der führenden Persönlichkeiten der Faszienforschung, fest. Das alles umgebende und alles verbindende Fasziengewebe kann, wenn es gut trainiert und vernetzt ist, die Kraftentwicklung, Kraftübertragung, die Koordinationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit enorm beeinflussen und verbessern. Ziel des Faszientrainings ist es also, das Bindegewebe biegsam und reißfest zu halten.

Leistung steigern mit Faszientraining.

Durch das Dehnen soll beim Faszientraining das Zusammenspiel von Muskeln und Faszien gefördert werden.

Wie funktioniert das Faszientraining?

Grundsätzlich besteht ein klassisches Faszientraining aus den vier Kernbereichen Dehnen, Hüpfen, Rollen und Biegen.

Dehnen – „Soft Tissue Stretching“

Langweilige und monotone Dehnungsübungen waren gestern, jetzt kommt das kreative Ganzkörperfaszien – und Muskelstretching. Die Übung „Cat Stretch“ ist kennzeichnend für die langsamen, muskelübergreifenden Dehnungsübungen des Faszientrainings. Bei dieser Übung streckt man auf dem Boden kniend die Arme lang und legt diese auf einem Hocker oder dem Boden ab, zieht den Rücken in die Länge und dehnt diesen mit leicht seitlichen Bewegungen. Dadurch wird das Zusammenspiel von Muskeln und Faszien angeregt.

Hüpfen – „Rebound Elasticity“

Schnelle, federnde Hüpfbewegungen wie Seilspringen und leises Auf- und Abspringen sollen die Leistung und Elastizität der Faszien verbessern. Dieser Teil des Faszientrainings ähnelt dem plyometrischen Training, das seit Jahren im Profisportbereich zur Steigerung der Schnelligkeit angewendet wird – vor allem in Sportarten, in denen es auf die Sprungkraft ankommt. Der leistungssteigernde Effekt dieses Trainings wurde in mehreren Studien nachgewiesen.

Rollen – „Fascial Release“

Hier kommt die mittlerweile überall bekannte Schaumstoffrolle zum Einsatz, um verklebte und verdickte Faszien geschmeidiger zu machen. Das Rollen verschiedener Körperpartien über die Blackroll hilft nachweislich wirklich, den Körper beweglicher und schmerzfreier zu machen. Allerdings sind die Rollbewegungen auf einer Faszienrolle keine Wellnessmassage, sie können nämlich richtig weh tun. Trotzdem sollten sich beim Training keine Schweißperlen auf der Stirn bilden und Tränen aus den Augen schießen – das Wohlweh liegt auf einer Schmerzskala von eins (schmerzfrei) bis 10 (unerträglich) etwa bei sechs.

Biegen – „Fluid Refinement“

Durch wellenförmige Bewegungen der Wirbelsäule soll die Tiefenmuskulatur stimuliert, die Körperwahrnehmung verbessert und das Bindegewebe gleichmäßig verbessert werden.

Mein Fazit:

Faszientraining ist sinnvoll! Es steigert nachweislich die Leistung, beschleunigt die Regeneration und beugt Verletzungen vor. Allerdings ist auch das Faszientraining keine Wunderwaffe. Manche Trainer versprechen, dass Cellulite durch das Training bekämpft werden kann. Das ist wohl eher eine Marketingstrategie, denn zwar strafft regelmäßiges Faszientraining das Bindegewebe, das ist allerdings wenig äußerlich erkennbar. Auch wird Faszientraining manchmal sogar als das neue Muskeltraining gefeiert. Natürlich ist das Quatsch. Um Muskeln aufzubauen, ist selbstverständlich Krafttraining nötig. Faszientraining sollte etwa zweimal wöchentlich in den Trainingsplan integriert werden und nicht das übliche Training ersetzen.

Zu deinen Lieblingsbeiträgen hinzufügen.

Wie interessant findest Du das?

Newsletter abonnieren

Keine Live Show mehr verpassen!

  • Keine Live-Kochshow verpassen
  • Exklusive Tipps bekommen
  • Leckere Rezepte entdecken
  • Teil der KOCH-MIT Familie werden

Vielen Dank!

Nur noch 1 Klick bis zum Newsletter. Wir haben eine E-Mail an: # geschickt.
Jetzt E-Mail abrufen & Bestätigungslink klicken.

Auch interessant